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Forschung in der Barrett-Initiative

Wissenschaftliches Konzept

 

Viele Menschen leiden an chronischem Reflux, der einen Risikofaktor für die Entstehung eines Barrett-Karzinoms darstellt. Allerdings wird nur ein ganz geringer Teil von Refluxpatienten ein Barrett-Karzinom entwickeln. Hieran ist die individuelle genetische Ausstattung ursächlich beteiligt.

Ziel der Barrett-Initiative ist es daher, die am Barrett-Karzinom beteiligten Risikogene zu identifizieren. Sie werden der Ausgangspunkt dafür sein, die zellbiologischen Vorgänge erstmals zu verstehen, die zu der Entstehung des Barrett-Karzinoms führen.

 

Forschungsprojekte

 

Eines der Projekte, die derzeit von der Barrett-Initiative gefördert werden, hat den Namen g4b (genes for barrett’s).

Es handelt sich um ein ambitioniertes und langfristiges Forschungsvorhaben, das die umfangreiche Identifikation von Risikogenen zum Ziel hat, die für das Barrett-Karzinom disponieren. Nachdem die ersten Risikogene für das Barrett-Karzinom identifiziert sind, werden darauf aufbauende Forschungsprojekte klären können, auf welche Weise die Genprodukte auf zellulärer Ebene das Risiko vermitteln. Derartige Untersuchungen sollen zukünftig von der Barrett-Initiative Förderung erfahren.

  • Verifizierung bisheriger molekulargenetischer Ergebnisse anhand von Gewebeproben durch kontinuierliche Vergrößerung der Gewebe-Biobank (Barrett-Metaplasien, -Dysplasien und -Karzinome)

 

  • Weiterführung der genomweiten Assoziations-Analyse (GWAS) (sowie Metaanalyse) zur Identifikation von weiteren Risikovarianten des Barrett-Ösophagus / Barrett-Karzinoms in Zusammenarbeit mit dem Institut für Humangenetik der Universitätsklinik Bonn (und den weiteren klinischen Kooperationspartnern des Barrett-Konsortiums in Deutschland) sowie in internationaler Kooperation mit dem BEACON-Konsortium (Seattle / Brisbane) unter Leitung von Prof. Dr. Tom Vaughan, Fred Hutchinson Cancer Center, Seattle (aktuelle Förderung durch die Fresenius-Stiftung)

 

  • Next Generation Sequencing zur umfassenden Analyse von somatischen Mutationen anhand der gewonnenen Gewebeproben in Kooperation mit dem Genome Institute Singapore (GIS)

 

  • e2QTL-Analysen an Gewebeproben zur detaillierten Analyse von Gen-Umwelt-Interaktionen hinsichtlich der Tumorentstehung (aktuelle Förderung durch das Förderprogramm der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig)

 

  • Säure-Expressionsexperimente an Zellkulturen und Gewebeproben der Biobank

 

  • Chemo-Sensibilitätsanalysen an Tumorgeweben (und Vorversuchen mit Zellkulturen)

 

  • Lifestyle-Befragungen der Patienten mit Barrett-Ösophagus / Barrett-Karzinom (u.a. Phänotyp-Genotyp-Analysen, epidemiolog. Analysen, welche mit den genomischen Datensätzen korreliert werden)

 

  • Identifizierung und Validierung neuer therapeutischer Targets und Entwicklung neuer individualisierter Therapie-Strategien beim Barrett-Ösophagus und Barrett-Karzinom: Inhibition von Kandidatengenen in Patienten-spezifischen Organoid-Zellkulturen (Labor Prof. Gockel / Prof. Aust, Chirurgie Uniklinik Leipzig, in Kooperation mit Prof. Aigner, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Leipzig)

 

  • iPEP-Studie: internet-based Perioperative Excercise Program in patients with Barrett’s carcinoma undergoing neoadjuvant therapy prior to surgery: a prospective randomized, controlled multicenter study (PI: Prof. Gockel)

Nutzen der Forschungsergebnisse für den Patienten

Durch die Identifikation von Risikogenen und der zellulären Mechanismen, die zur Entstehung des Barrett-Karzinoms beitragen, wird es erstmals möglich sein, Medikamente zu entwickeln, die gezielt in die krankheitsverursachenden Abläufe eingreifen.

Die Risikogene können zudem als Biomarker verwendet werden, um die Menschen unter den Refluxpatienten zu identifizieren, die ein hohes Risiko für ein Barrett-Karzinom haben. Ihnen kann dann ein intensiviertes Vorsorgeprogramm und ggf. eine prophylaktische Therapie angeboten werden.

Auf diese Weise werden sich aus den gewonnenen Forschungsdaten neue Ansätze für die Diagnostik, Prävention, Prophylaxe und Behandlung des Barrett-Karzinoms ergeben.